VdS Fachgruppe DARK SKY
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Lichtverschmutzungskarten

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Die Lichtverschmutzung vom Satellit gesehen

Die amerikanischen Militärsatelliten DMSP (Defense Meteorological Satellite Program) fotografieren nachts die Lichter der Erde.
Aktuelle Karten geringer Auflösung gibt es unter: spidr.ngdc.noaa.gov/spidr/querydmsp.do
Daraus wurde eine eindrucksvolle Ansicht der künstlichen Lichtquellen auf der Erde geschaffen.

Im Februar 2010 wurde die 4. Version der Daten verschiedener Satelliten für alle Jahre von 1992 bis 2008 verfügbar. Inzwischen zeigt sich, dass die Satelliten unterschiedlich empfindliche Empfänger haben und sogar deren Empfindlichkeit offenbar während der Jahre variiert. So erscheinen die Aufnahmen von 2008 teilweise schwächer als von 2004.

Eine Interkalibrierung wie sie von Elvidge u.a. (› Artikel) gemacht wurde war nicht möglich. Trotzdem sind Veränderungen deutlich erkennbar, vor allem an den Peripherien der Städte.

1992   1997   2000
Lichtverschmutzungskarte Mitteleuropa 1992   Lichtverschmutzungskarte Mitteleuropa 1997   Lichtverschmutzungskarte Mitteleuropa 2000
© A.Hänel   © A.Hänel   © A.Hänel
 
2002   2004   2008
Lichtverschmutzungskarte Mitteleuropa 2002   Lichtverschmutzungskarte Mitteleuropa 2004   Lichtverschmutzungskarte Mitteleuropa 2008
© A.Hänel   © A.Hänel   © A.Hänel
 
2010        
Lichtverschmutzungskarte Mitteleuropa 2010        
© A.Hänel        

In der folgenden Karte sind die Differenzen zwischen 2002 und 1993 dargestellt:

Zuname der Lichtverschmutzung  1993 - 2002

Gelb bedeutet eine Zunahme des Lichts von 1993 bis 2002,
Rot eine noch stärkere Zunahme.
Lila und Blau bedeuten eine Abnahme.
Die Abnahme in Gebieten der Niederlanden kann damit erklärt werden, dass die riesigen Flächen erleuchteter Gewächshäuser nur zu gewissen Zeiten an sind, sie können bei den Aufnahmen 1993 an gewesen sein, in 2002 aber aus. Warum aber um London das Licht zurückgegangen ist, bleibt unklar, es kann sich um instrumentelle Effekte handeln.

Die Pixelgröße der Karten liegt bei 0,5', das entspricht auf der geografischen Breite von Deutschland etwa 0,6 km x 1 km.
Die Karten zeigen nur das nach oben gerichtete Licht, das die Satelliten erfassen. Tatsächlich wird das Licht in der Atmosphäre gestreut, dies führt zur Aufhellung des Himmelshintergrunds, der die schwächeren Sterne verschluckt. Die Streuung der Atmosphäre berücksichtigen die Karten des ersten Weltatlas der Lichtverschmutzung von Pierantonio Cinzano, darin ist die Himmelshintergrundhelligkeit in mag/arcsec2 angegeben, Ausgangsmaterial waren kalibrierte Daten für 1997.

Die Erfahrung zeigte allerdings, dass die Helligkeitsstufen in Cinzanos Karte sehr breit sind, mit Hilfe der direkten Satellitenbildkarten können Stellen mit dunklem Himmel, an denen gute Beobachtungsmöglichkeiten herrschen, besser gesucht werden.

Die Karte von Frederic Tapissier hat zwar eine hohe Auflösung, sie ist aber eigentlich nur ein Abbild der Bevölkerungsdichte. Sie beruht nur auf Kartendaten von Städten und Gewerbegebieten, denen er bestimmte Helligkeiten zugeordnet hat, die er mit Höhendaten kombiniert und verschmiert hat.

Lichtverschmutzung  Deutschland 2002 mit Straßen
georeferenziert (zip)
 
Lichtverschmutzungskarte von 2008 für Zentraleuropa.
Lichtverschmutzungskarte Europa 2008
georeferenziert (zip)

Der Deutschland-Karte von 2008 (rechts) sind Straßen überlagert worden, damit eine Orientierung leichter ist.
Nutzer von Moving Map-Software (Fugawi, OziExplorer, Touratech) können die georeferenzierte Karte übernehmen und mit einem GPS ist der Standpunkt darstellbar.

 

Google Earth LogoAnwendung für GoogleEarth
Aus Copyright-Gründen ist es problematisch, den Karten Ortschaftsnamen, Straßen usw. zu überlagern. Es ist aber möglich die Karten als Overlay den GoogleEarth-Karten zu überlagern, wobei allerdings GoogleEarth installiert sein muss:

Damit hat jeder die Möglichkeit, zu vergleichen, welche Daten für ihn am geeignetsten sind!


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